Sanierung des neuen Naturerlebnisbades Bingerbrück
Das Naturerlebnisbad Bingen-Bingerbrück liegt auf einem zum Rhein stark abschüssigen und über mehrere Ebenen terrassierten Gelände. Im unteren Bereich (Bild 1 (1)) befindet sich der Haupteingang, von dem das Bad über das vorhandene Eingangs- und Funktionsgebäude erschlossen wird. Von hier aus erreicht der Badegast den attraktiv gestalteten Freiraum mit dem auf unterster Ebene liegenden Kleinkindbereich (2) (Bestandsplanung) in unmittelbarer Nähe zu den sanitären Einrichtungen.
Über die sanft ansteigende Wegeführung erreicht der Besucher die höher gelegene Bereiche mit kombiniertem Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken. An der südlichen und nördlichen Seite des Kombibeckens befinden sich heute die Nichtschwimmerbereiche (3). Im mittleren Beckenbereich schließen sich der ausgedehnte Schwimmerbereich (4) und der Springerbereich (5) an.
Die Auslegung der biologisch / mechanischen Wasseraufbereitung wurde entsprechend den Empfehlungen der FLL vorgenommen. Dabei wurde eine Kombination eines beregneten Neptunfilters (9) zur Spitzenlastabdeckung, eines Uferfilters und einer Aquakultur (8) mit darunter liegendem überstauten Bodenfilter gewählt. Die Aquakultur dient gleichzeitig als Schwallwasserbehälter und weist je nach Betriebslast und Badedichte wechselnde Wasserstände auf.
Das Bad wurde gem. FLL für eine Nennbesucherzahl von 1.840 Badegästen / Tag ausgelegt.
Inbetriebnahme
Inbetriebnahme
Für den Einfahrbetrieb eines Naturfreibades ist erfahrungsgemäß ein Zeitraum von 4 Wochen wünschenswert. Da diese zeit in Bingen nicht zur Verfügung stand, wurden zur Beschleunigung der biologischen Aktivität der Bodenfilter Mikroorganismen Kulturen beimpft.
24 h nach der ersten Inbetriebnahme wurde die erste Probenahme durch das verantwortliche Hygieneinstitut durchgeführt.
Abgesehen von einer Grenzwertüberschreitung an einer Probenahmestelle im Wasserkörper über dem Uferfilter (13 KBE/100 ml Pseudomonas aeruginosa) lag keine Beanstandung vor.
7 Tage später wurde die zweite Hygiene Messung durchgeführt hier wurde für alle Leitkeime 0 ausgewiesen, nur im Flachwasserbereich des Nichtschwimmerbeckens wurden noch 15 KBE / 100 E.coli nachgewiesen.
Am 10.07.09, 10 Tage nach Inbetriebnahme wurde das Bad eröffnet. Trotz Betrieb war in der Folgemessung kein Anstieg der Keimzahlbelastung zu erkennen.
Die Sichttiefe wies ab dem 3. Tag nach Inbetriebnahme mehr als 3,8 m auf.